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Land & Nahrung Intro

landfood_flickr_WBPhotoCollection_295_200Steigende Wasserknappheit, Wüstenbildung und Ernteausfälle durch Extremwetterereignisse bedrohen zunehmend die globale Nahrungsmittelproduktion, die mit dem rasanten Wachstum der Weltbevölkerung nicht Schritt halten kann. Auf Grund der weltweiten Nahrungsmittelkrise in 2008 ist die Zahl der Hungernden erstmals über die 1-Milliarden-Grenze gestiegen, das entspricht etwa 16% der Weltbevölkerung.  Das UN-Millenniumsziel, die Zahl der Hungernden bis 2015 zu halbieren, rückt damit in die Ferne. Die Gründe für die dramatische Situation sind vielseitig und oftmals voneinander abhängig.

Die steigende Nahrungsmittelknappheit hat unter anderem das Interesse der Finanzinvestoren geweckt. Der enorme Anstieg der Nahrungsmittelpreise in 2008 wird teilweise durch die Spekulationen an den Agrarrohstoffmärkten erklärt. Gleichzeitig wächst seit einigen Jahren das Interesse von Investoren an Ackerland, insbesondere in Entwicklungsländern. Zum einen versuchen Regierungen aus nahrungsunsicheren Staaten des Mittleren Ostens und Asiens die Nahrungsmittelproduktion ins Ausland auszulagern. Zum anderen heizen die Nachfrage nach Biokraftstoffen und der steigende Fleischkonsum das sogenannte land grabbing an. Der dringende Bedarf an Investitionen in die Landwirtschaft bewegt viele Entwicklungsländer dazu, den großflächigen Landkauf zu fördern.

Ernährungsunsicherheit kann Folge oder Ursache von Konflikten sein. Gewaltsame Konflikte führen oftmals zur Zerstörung landwirtschaftlicher Infrastruktur und Produktionsmittel sowie zur Vertreibung der Bevölkerung  und tragen damit zu Hungerkatastrophen bei. Schwieriger zu bestimmen ist, wann Unsicherheit über Nahrungsmittel Konflikte auslöst. Großflächige Landkäufe können etwa dort zu lokalen Konflikten führen, wo fruchtbares Ackerland ohnehin knapp ist, unterschiedliche Nutzergruppen um das Land konkurrieren oder große Verteilungsungerechtigkeiten bestehen. Dies ist besonders wahrscheinlich, wenn Landrechte der lokalen Bevölkerung nicht gesichert sind und es an Konfliktlösungsinstitutionen mangelt. Ob steigende Nahrungsmittelpreise die Ursache für Revolten in städtischen Regionen sind, ist hingegen weniger deutlich auszumachen.

Auf verschiedenen Ebenen wird versucht, der Nahrungsmittelkrise zu begegnen. Auf lokaler Ebene wird Bewässerungsinfrastruktur aufgebaut oder Saatgut eingeführt, das an veränderte Klimabedingungen angepasst ist. Auf globaler Ebene werden derzeit freiwillige Richtlinien zum nachhaltigen Management von Land entwickelt und die Regulierung der Spekulationen mit Agrarrohstoffen diskutiert.